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50 Jahre Deutsche Jugendfeuerwehr

Geschrieben von Dräger Safety AG & Co. KGaA.

Beim ersten „Deutschen Jugendfeuerwehr-Tag“ in Bad Godesberg, wurden Wettkämpfe durchgeführt und der bis dahin nur ernannte Bundesjugendleiter Paul Augustin von den Delegierten gewählt. Auch zwei Stellvertreter wurden in geheimer Wahl gefunden: Für Heinrich Heine (Niedersachsen) und Kurt Hog (Baden-Württemberg) votierten die Mehrzahl der 64 anwesenden der 70 eingeladenen Delegierten. Neben Schleswig-Holstein, aus dem Augustin entstammt, waren Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und das Saarland angereist. Landesjugendfeuerwehrwarte gab es in diesen Ländern bereits. „Ich erinnere mich noch wie heute, wie wir in dem nassen Zelt saßen“, erklärt Georg Kühn bei einem heißen Kaffee in den Räumen des Deutschen Feuerwehr-Museums in Fulda über das erste Treffen der Delegierten. Im Rahmen des zweiten DJF-Tages 1967 wurde Kurt Hog zum Nachfolger von Paul Augustin gewählt, Heine blieb Vertreter und Georg Kühn aus Hessen rutschte in die Funktion des zweiten Stellvertreters. Nach der Wahl von Peter Laskowski aus Hamburg im Jahre 1971 zum neuen Bundesjugendleiter folgte 1973 Georg Kühn in die Chef-Position, nachdem er 1971 zum ersten Stellvertreter gewählt wurde. Kühn übergab das Zepter im Jahre 1977 an seinen seit 1975 eingesetzten Vertreter Karl Binai. Der Bayer Binai verblieb bis 1985 in dieser Spitzenfunktion.

Gerne hätte der Dräger Feuerwehr-Reporter mit dem ersten Bundesjugendleiter ein Interview geführt, doch Augustin starb bereits 1990. Auch seine beiden Nachfolger Kurt Hog und Peter Laskowski sind leider gestorben. Umso mehr freut es uns, dass mit Georg Kühn und Karl Binai die Bundesjugendleiter vier und fünf trotz ihres hohen Alters so fit sind, dass sie sich im Deutschen Feuerwehr-Museum in Fulda zum gemeinsamen Interview treffen konnten.

Für Georg Kühn stand vor allem die Geschlossenheit der Deutschen Jugendfeuerwehr auf der Agenda, Karl Binai beschäftigten vor allem die Finanzen. Erst 1981 wurde die Deutsche Jugendfeuerwehr auch ein Teil des Deutschen Bundesjugendringes. Zuvor war die DJF ausschließlich im Arbeitskreis zentraler Jugendverbände, der wieder selbst nur Mitglied im Bundesjugendring war - heute sind solche Strukturen unabdingbar für einen so wichtigen und gewichtigen Jugendverband in Deutschland. Jeder Bundesjugendleiter hat sein Thema. Auch Nummer Zehn, Timm Falkowski: „Wir lernen aus der Vergangenheit und sind dabei sehr modern.“ Die Jugendfeuerwehr habe schon immer Dinge zu Themen gemacht und diese dann bearbeitet. An eine Karriere als Bundesjugendleiter hatte Timm Falkowski wohl nie gedacht, als er als Kleinster in der Jugendfeuerwehr begann: „Im Jahre meines Eintrittes, wurden zur 100-Jahr-Feier unserer Freiwilligen Feuerwehr zum ersten Mal auch Jugendliche im Alter von 10 Jahren aufgenommen. Mein Papa war ja schon als Ortswehrführer aktiv, nachdem er 1973 selbst in die Jugendfeuerwehr eintrat.“ So startet auch die Karriere des heutigen Bundesjugendleiters, der 2013 im Rahmen des 20. DJF-Tages von den Delegierten gewählt worden ist. Die etwa 18.000 Jugendfeuerwehren hatten die Delegierten aus allen 16 Bundesländern nach Stadthagen in Niedersachsen entsandt. „Ich freue mich sehr, dass neben 4.200 Teilnehmern des Bundeszeltlagers aus Deutschland, sich auch Gäste aus Schweden, Spanien, Polen, Finnland, Frankreich und Russland angekündigt haben. Ein so großes Zeltlager der Feuerwehren hat es bei uns noch nie gegeben“, freut sich Falkowski. Seine Amtszeit steht indes auch unter einem besonderen Stern: „Wir sind eine besondere Jugendorganisation. Vor allem machen uns die roten Autos und das blaue Licht besonders. Die Feuerwehr-Arbeit. Diese möchte ich auch wieder mehr in den Mittelpunkt ziehen. Daher auch das Bundeszeltlager als Feier für die Kids. Zwar gibt es auch einen Festakt, aber vor allem wollen wir Ferien und Spaß haben.“

Bundesjugendleiter Timm Falkowski und sein Vater Dieter. Beide sind in der Feuerwehr sehr aktiv.  Dieter Falkowski ist Gemeindewehrführer in Schleswig-Holstein.Bundesjugendleiter Timm Falkowski und sein Vater Dieter. Beide sind in der Feuerwehr sehr aktiv. Dieter Falkowski ist Gemeindewehrführer in Schleswig-Holstein.