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50 Jahre Deutsche Jugendfeuerwehr

Geschrieben von Dräger Safety AG & Co. KGaA.


Rückblick:
Nachdem es vor und während des zweiten Weltkrieges schon Überschneidungen von Jugend und Feuerwehr gab, war allen Beteiligten klar: So etwas, wie es in den Jahren 1933 bis 1945 unter dem Begriff „Feuerwehrscharen“ gab, sollte es nie wieder geben. Jugendliche sollten nicht - erst Recht nicht unter dem Deckmantel von Feuerwehren - für die Ziele eines Regimes missbraucht werden. Doch es gab zum Beispiel mit Benno Ladwig, seines Zeichens Generalsekretär des DeutschenFeuerwehrverbandes von 1963 bis 1976, einen Vorreiter, der die Idee vertrat, die Jugend dennoch wieder an den Deutschen Feuerwehrverband anzugliedern. Denn Jugendfeuerwehren gab es in Deutschland bereits seit 1865, nachdem die Gymnasialfeuerwehr in Wernigerode (Harz) gegründet worden sein soll. Das berichtet Ladwig zumindest in einem Dossier, das noch heute im „Helfer in der Jugendfeuerwehr“ veröffentlich ist. Doch andere Stimmen meinen indes, die erste Jugendfeuerwehr Deutschlands sei auf der Insel Föhr in Schleswig-Holstein entstanden. So oder so, der erste Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) nach dem 2. Weltkrieg, Albert Bürger, hob das Thema „Nachwuchsförderung“ auf die Tagesordnung des 22. Deutschen Feuerwehrtages 1953 in Ulm. Doch die „Führungsgremien der Feuerwehr reagierten sehr skeptisch, sehr zurückhaltend, ja, zum Teil völlig abweisend hinsichtlich der Gründung von Jugendfeuerwehren“, berichtet Ladwig über diese Zeit. Obwohl sich in ganz Deutschland nach und nach Jugendwehren gründeten. „Man glaubte, diese neue ‚Mode‘ nicht mitmachen zu können“, erklärt Ladwig die Zurückhaltung: „Der Begriff ‚Jugendfeuerwehr‘ war ohne Zweifel politisch belastet und erweckte ungute Erinnerungen.“ Doch vielen wurde klar: Jugendfeuerwehren waren ja keine nationalsozialistische Erfindung, es gab sie ja schon viel länger. Doch es half nichts. In jedem Jahr wieder beschäftigte sich das DFV-Präsidium, vor allem der Präsident Albert Bürger und Vizepräsident Jonny Matthiesen, der zugleich Landesverbandsvorsitzender von Schleswig-Holstein war, mit diesem Thema und setzten sich für die Gründung von Jugendfeuerwehren ein. Doch ein Zwang sollte es niemals geben. So fußt eine Ansicht, die auch bis heute Bestand hat, darauf, dass es keinerlei Zwang zur Bildung von Jugendfeuerwehren geben dürfe: „Sowohl die Freiwilligen Feuerwehren, als auch die Jugendfeuerwehren mussten freiwillig zur Jugendarbeit zusammenfinden. Wichtige Voraussetzung bei der Gründung einer Jugendfeuerwehr müsse das Vorhandensein eines Feuerwehrkameraden sein, der zur Betreuung und Ausbildung der Jungfeuerwehrmänner geeignet ist“, so steht es im „Helfer in der Jugendfeuerwehr“ geschrieben.

Albert Bürger - 1. Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes wollte das Thema „Jugend in der Feuerwehr“ anschieben. Dennoch dauerte es einige Jahre, bis Jugendfeuerwehren Alltag - auch auf Bundesebene - wurden.Albert Bürger - 1. Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes wollte das Thema „Jugend in der Feuerwehr“ anschieben. Dennoch dauerte es einige Jahre, bis Jugendfeuerwehren Alltag - auch auf Bundesebene - wurden.