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Rialto-Brücke: Heute ist der Sanierungsstart

Geschrieben von Ulrich Schütz (rp-online).

Die städtische Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL) wird keinen finanziellen Schaden durch den Brand auf der Rialto-Brücke haben. Der Schaden "Wir sind als WGL mit 7,5 Millionen Euro versichert. Der Bauschaden liegt nach heutiger Schätzung bei etwa einer Million Euro", sagte gestern WGL-Geschäftsführer Wolfgang Mues. Versichert ist die WGL auch gegen den Mietausfall. Ob allerdings alle Geschäftsinhaber das "ganz schlimme Unglück" (Mues) finanziell überleben, dies scheint fraglich. Gegen solche Ereignisse müssen sich die Ladenbetreiber selbst versichern. Als erste Mieter durften übrigens sofort nach dem Brand Mitarbeiter der Sparda-Bank an die Unglücksstelle: Sie holten das Geld aus ihrem Auszahlungsautomaten.

Die Freigabe der Brücke Die städtische Bauaufsicht will baldmöglichst einen fünf Meter breiten Fußweg auf der mittleren Brücke (Stadteigentum) freigeben. Die Geschäfte links und rechts werden dann durch Bauzäune abgesichert. Die rechte Geschäftszeile (vom Bahnhof aus gesehen) wird von einem Brandsanierer von Russ und anderem gesäubert. Dabei geht es auch um die Verschmutzungen in den Lüftungsanlagen. In vier bis sechs Wochen, so schätzt Mues, könnten die ersten Geschäfte wieder den Betrieb aufnehmen.

Die Sanierung Fest steht: Die linke Ladenzeile (aus Richtung Busbahnhof gesehen) wird in den Rohbauzustand zurückversetzt. Hier ist das Feuer in dem Geschäft "Amore" in einem Teil hinter dem Blumenladen entstanden. Die Feuerwehr war innerhalb von sechs Minuten vor Ort und verhinderte das Übergreifen auf weitere Geschäfte. Dabei pumpten die Retter jede Menge Wasser in den Bau und fluteten quasi die unteren Bereiche der Geschäftsbrücke. Unter anderem den fünfstöckigen Boden. Kabelschächte und vor allem die Dämmung liefen voll Wasser. Das Feuer beschädigte auch den Dachaufbau und die Zwischenwände. Deshalb wird dieser Bereich komplett samt Ladeneinrichtungen zurückgebaut, nur die Eisdiele bleibt stehen. Der Wiederaufbau wird etwa sechs Monate dauern.

Das Glasdach Offen sind noch die Schäden an dem Glasdach. Die bis zu 17 Meter langen, gebogenen Stahlträger, die im Bereich des Brandherdes liegen, werden von der Fachhochschule Köln untersucht. Materialproben sollen Aufschluss über die Festigkeit des Stahl geben. Ab heute werden die ersten drei Träger demontiert. Dafür wird die Europaring-Abfahrt zum Busbahnhof Leverkusen-Mitte aus Richtung Köln ab heute für ein paar Tage gesperrt. Der Platz wird für einen Kran gebraucht. Die Ermittlungen Die Ursache für den Brand, der am Freitag, 11. Juli, gegen 21 Uhr ausbrach, ist laut Polizei weiter unklar. Noch nicht veröffentlicht wurde auch die Auswertung der Sicherheitskameras, die auf der Brücke installiert waren. Die Polizei setzte auch Spürhunde ein. Die Brandstelle ist als Tatort weiter beschlagnahmt und darf nicht betreten werden.